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Ostdeutsche LehrerInnen haben am erfolgreichsten Ihren Beruf erhalten. Dies gilt auch für GeschichtslehrerInnen. Aber viel von Ihnen hatten Schwierigkeiten bei der Anpassung an die vom Westen importierten Schulbücher und Unterrichtsmethode. Die Anpassung erforderte radikalen Bruch mit ihrer früheren Interpretationen der Zeitgeschichte. Dies führte viele LehrerInnen in den neuen Bundeslänern zur Vermeidung der Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte oder Flucht in den faktenzentrierten Unterricht. Da ist der problemorientierte Unterricht schwer zu realisieren. Man braucht zunächst einen ausreichenden gesellschaftlichen Konsens über die DDR-Geschichte. Nur dann kann von der tatsächlichen Integration der ostdeutschen Geschichtslehrer die Rede sein. In den Schulbüchern der 1990er Jahre war die Beschreibung der DDR-Geschichte auf die SED-Diktatur und MfS(Ministerium für Staatssicherheit) konzentriert und ihr stand viel weniger Raum zur Verfügung als die Beschreibung der westdeutschen Geschichte. Aber in den seit Jahrtausendwende erschienenen neuen Schulbüchern hat die deutsche Geschichte seit 1945 und damit die DDR-Geschichte viel mehr Seiten. Der räumliche Abstand bei der Beschreibung der west- und ostdeutschen Geschichte ist viel geringer geworden. Die neuen Schulbücher behandeln nicht nur die SED-Diktatur sondern auch Kultur und Alltag, nämlich Konsum, Jugend, Frauen, Kirchen u.a. Man kann jetzt mehr Schilderung über positive Aspekten finden. Es wird versucht, zu vermeiden, die DDR-Geschichte von derem Ende teleologisch zu beschreiben. Dieser Wandel der Schulbuchdarstellung wird einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur sozialen Integration der Ostdeutschen im wiedervereinigten Deutschland leisten. Was können wir von diesen deutschen Erfahrungen im Geschichtsunterricht nach der Wiedervereinigung lernen? Wir sollten zwischen der Dämonisierung und Heroisierung bzw. Verharmlosung der nordkoreanischen Geschichte nicht ewig streiten. Wir sollten uns bemühen, die getrennte Geschichte beider Teile Koreas, die gegenseitig abgrenzen aber gleichzeitig beeinflussen, in die gesamtkoreanische Nationalgeschichte zu integrieren.