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Als sich die Frankfurter Nationalversammlung mit der politischen Neugestaltung Deutschlands beschäftigt hat, ging ihre Mehrheit davon aus,dass Deutschland ‘ein Reich’ sein werde. Was sie darunter verstanden hat,war nicht einig. Wenn auch das Heilige Römische Reich deutscher Nation 1806 unterging, lebte die Reichsidee doch weiter. Sie wurde in der deutschen Einheitsbewegung im 19. Jahrhundert nationalisiert, aber je nach dem politischen, weltanschaulichen und religiösen Standpunkt des Betrachters mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt. Viele strengkirchliche Katholiken sprachen sich 1848/49 für eine Wiederherstellung des alten Reiches aus. Sie nahmen das erneuerte deutsche Reich als ein mitteleuropäisches und die deutsche Nation als dessen Träger wahr. Ihre Auseinandersetzungen mit der Kaiserfrage fokussierten sich in fünf Aspekten: Deutschlands Größe und Einheit; historische Kontinuität;Konfession; Überwindung oder Verbindung mit der Revolution;Zentralisation. Mit diesen Elementen argumentierten sie für ein österreichisches und gegen ein preußisches Kaisertum. Die katholische Kirche bedeutete für sie das Fundament, auf dem die Geschichte Deutschlands aufruht, weil sie Deutschland seinen Namen und der deutschen Nation die Einheit gegeben habe. Nur wenn die deutsche Nation sich erneut unter die Obhut der katholischen Kirche stelle, könne Deutschland seine weltgeschichtliche Mission im Westen und Osten erfüllen. Ihre Zukunftsvorstellungen waren geprägt vom christlich-universalen Charakter des Reichs, doch im Mittelpunkt ihres Reichsgedankens stand Deutschland — in der Vergangenheit und in der Gegenwart.