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In der vorliegenden Arbeit handelt es sich darum, Schillers theoretische Schrift Über Anmut und Würde unter dem geschlechteranthropologischen Aspekt zu betrachten. Schiller projiziert die Geschlechterpolarität auf das Begriffspaar von Anmut und Würde, und stellt damit in seinen ästhetischen und philosophischen Konzeptionen zu ‘Anmut’ und ‘Würde’ die theoretische Begründung der Geschlechterdifferenz und -ergänzung fest. Diese Feststellung resultiert aus der wesenhaften Unterschiedlichkeit von Mann und Frau, die sich in den philosophisch-ästhetischen Überlegungen über ‘Anmut’ und ‘Würde’ manifestieren. Da die Natur von Mann und Frau so offensichtlich prinzipiell verschieden ist, postuliert er, daß diese Unterschiede stets im Verhalten und Bewußtsein der Geschlechter erhalten bleiben sollte. Schillers idealistischen Denkmodelle der geschlechtsspezifischen Bildung sind nur dadurch zu erreichen, daß beide Geschlechter den ihnen zugewiesenen Zuschreibungen folgen. Demnach kann die Frau als Repräsentantin der Anmut durch ihre begrenzte Natur nicht zur Vertreterin von männlicher Würde werden. Obwohl die Frau in der Verkörperung mit weiblicher Schönheit und Tugend gepriesen und idealisiert wird, ist ihre Unfähigkeit zur Verwirklichung der moralischen Freiheit festgeschrieben. Nur der Mann vermag mit der ihm zugeschriebenen Vernunft sowohl moralische als auch sozialpolitische Autonomie zu gewinnen. In dieser unterschiedlichen Konzeption der Geschlechter erweist sich eine gegensätzliche Struktur von weiblicher Statik und männlicher Dynamik, die zur traditionellen Dichotomie zwischen Natur und Kultur führt. Folglich sind Schillers geschlechtsspezifische Konzeptionen als eine ideologische Konstruktion aufzunehmen, die das ungleichgewichtige, hierarchische Verhältnis zwischen den Geschlechtern feststellt.