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Genderforschung hat sich in der letzten dreißig Jahren nicht nur im Rahmen der feministischen Analysen, sondern auch in einer anthropologisch verpflichteten Sprachwissenschaft und in der Soziolinguistik mit sprachsystematischen Phänomenen beschäftigt, die durch genderbedingte Faktoren beeinflusst werden. Feministische Linguisten beschäftigen sich vor allem mit genderbezogenen Asymmetrien im Bereich von Sprachsystem und Sprachgebrauch als Ausdruck sprachlicher Benachteiligung und gesellschaftlicher Diskriminierung. In dieser Arbeit wird es versucht zu zeigen, wie diese Asymmetrien entstehen. Sind sie angeboren oder durch den Umweltfaktoren bedingt? Kinder erwerben nicht nur das System einer Sprache, sondern - im Verlauf ihres Sozialisationsprozesses - den Gebrauch der Sprache. Dabei spielen sowohl angeborenes Geschlecht des Sprachlerners als auch verschiedene soziale Faktoren, die für Gender bestimmend sind, und situative Umgebungen eine entscheidende Rolle. Wenn nun in dem Sozialisationsprozess auf Geschlecht begründete Diskriminierung vorliegt und die Sprachentwicklung dabei eine wichtige Rolle spielt, muss untersucht werden, wie Asymmetrien im Sprachgebrauch zwischen Jungen und Mädchen hervorgerufen werden und wie sie ausgeprägt sind. Dafür werden einerseits zahlreiche Forschungsergebnisse im Rahmen der feministischen Linguisik, der Soziolinguistik und der Entwicklungspsychologie herangezogen. Als Untersuchungskorpus dienen ausgewählte deutsche Märchen und eine Gesprächsaufnahme von zwei koreanischen Kindern.