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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Rekonstruktion der Theorie der literarischen Moderne von Karl Heinz Bohrers. Bohrer hat seit den 70er Jahren konsequent die Autonomie der modernen Kunst hervorgehoben. Produktionsästhetisch löst er das ästhetische Subjekt strikt vom sozialen Subjekt ab; werkästhetisch den ästhetischen Schein von den historischen, sozialen und metaphisischen Referenzen; rezeptionsästhetisch die ästhetische Erfahrung von den philosophischen, moralischen und künstlerischen Normen. Aber er gibt sich mit der Autonomie der Kunst nicht zufrieden. Für Ihn steht die Kunst nicht nur als autonome Sphäre neben Wissenschaft und Moral, als souveräne steht sie zugleich über ihnen: die Kunst verfüge über ein eigenes Erkenntnispotential, das die Wahrheitskapzität der Wissenschaft überbiete;“das ästhetische Böse” in der Kunst greife die moralischen Normen an. In der Moderne/Postmoderne-Kontroverse richtet sich Bohrers Kritik zuerst gegen Habermas’ Projekt der Moderne. Habermas plädiert auf der Ebene der Produktion und des Werks für die Autonomie der Kunst, aber auf der Rezeptionsebene sucht er nach einer Möglichkeit der Vermittlung zwischen Kunst und Leben durch die “Aneigung der Kunst aus dem Blickwinkel der Lebenswelt”. Im Gegensatz zu Habermas verweigert Bohrer einerseits jede Berührung von Kunst mit dem Leben, andererseits betont er die Souveränität der Kunst, d.h. deren subversive Wirkung auf die Lebenswelt. Bohrer identifitifiziert sich aber auch nicht mit dem Postmodernisms. Gegen den postmodernen Tod der Moderne und des Subjekts beharrt er auf den Begriff der ästhetischen Moderne und des ästhetischen Subjekts. Er wehrt sich auch gegen die Ästhetisierung der Lebenswelt, durch die für ihn die Kunst als autonome Sphäre verlorenzugehen droht.