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In der vorliegenden Arbeit werden die romantische Wasserfrau “Undine” und ihre Schwestern untersucht. Die namenlosen Wasserfrauen der Antike haben im Laufe der Zeit Namen erhalten: Melusine(im Mittelalter) und Undine(in der Romantik). Lorelay(Brentano), Meerjungfrau(Andersen) und Rusalka(slawische Sprachen) kamen später hinzu. Obgleich die eben genannten Wasserfrauen letztlich Ausdruck einer gemeinsamen Phantasie sind, gibt es charakteristische Unterschiede. Ihren populärsten und folgenreichsten Ausdruck haben sie in der Undine-Erzählung von Fouqué gefunden. Der Text von Fouqué hat ein Bild von der Frau als Natur- und Elementarwesen geschaffen, das seinerseits Ausgangspunkt für eine eigene Genealogie werden sollte. Der Reiz, der von der Undine-Gestalt bei Fouqué ausgeht, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Fouqué die mittelalterliche Sagentradition mit den alchimistischen und naturphilosophischen Überlegungen und Spekulationen des Paracelsus(Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris, et caeteris spiritibus) verband. Ein zentraler Gesichtspunkt in Fouqués Erzählung ist im Anschluss an Paracelsus das Motiv der Beseelung. Undine bekommt erst durch die Hochzeitsnacht mit Menschen-Mann Huldbrand eine Seele. Am nächsten Morgen ist sie vollkommen verwandelt; aus der wilden, ungebärdigen Kindfrau ist eine demütige und schüchterne Ehefrau geworden. Dieser Domestizierungsprozess wird teuer erkauft. Undine büsst ihre elementare sinnliche Kraft ein und verliert damit ihre ursprüngliche erotische Attraktion. Dadurch erlischt die Leidenschaft Huldbrands für Undine. Die Tragik, die sich aus dieser gegenseitigen Verfehlung der Liebenden ergibt, durchzieht den ganzen Text. In der Undinen-Literatur ist der Mann Opfer der mörderischen Sexualität der Frau und die Frau Opfer des Liebesverrates des Mannes.