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Seit dem 13. Jahrhundert ist die Geistesgeschichte des Baltikums in engem Zusammenhang mit der deutschen Kulturgeschichte verlaufen. Bis zum 19. Jahrhundert ist sie ein Teil der deutschen sowie der estnischen Kulturgeschichte gewesen. Während dieser Periode spielte die deutschbaltische Kultur oder Literatur eine Vermittlerrolle. Vor diesem Hintergrund wird in der vorliegenden Arbeit versucht, sowohl die deutschbaltische Literatur im 19. Jahrhundert als auch die Entstehung der estnischen Literatur und ihre Entwicklung zu erklären. Die deutschbaltische Literatur ist die Literatur der ehemaligen deutschen Oberschicht in Estland, Livland und Kurland von der ‘Aufsegelung’ im 12. Jahrhundert bis zur ‘Umsiedlung’ im Jahr 1939. Man braucht zur Beschäftigung mit diesem Thema einige Voraussetzungen, vor allem hinsichtlich der Geschichte des Baltikums und des geistigen Hintergrunds der baltischen Literatur. Im Laufe des 19. Jahrhunderts fand ein Emanzipationsprozess der deutsch- baltischen Kultur statt, und es entwickelte sich ein Identitätsbewusstsein - nun mehr baltisch als deutsch. Dieses Identitätsgefühl äußert sich in Estland auch im Literaturleben. Es entstand ein eigenes literarisches Feld mit eigenen Legitimationen wie baltischen Zeitschriften, Anthologien, baltischen Literaturgeschichten und baltischer Literaturkritik. Notwendigerweise wird an dieser Stelle unter Berücksichtigung verschiedener ideologischer Positionen auch nach dem Anfang der estnischen Literatur innerhalb der historischen Multilingualität des baltischen Kulturraumes gefragt. Außerdem wird kurz zusammengefasst, wieso die estnischsprachige Literatur überhaupt innerhalb des deutschbaltischen Literaturfeldes entstand.